Game-Thriller

Nerve

Ein lebensgefährliches Computerspiel fordert in der ganz realen Welt seine Opfer

ZITTY-Bewertung: 5/6
ZITTY-Bewertung: 5/6

An nur einer Hand von einem riesigen Baukran hängen. Mit verbundenen ­Augen auf dem Motorrad durch Manhattan ­rasen. Über eine wackelige Leiter zwischen zwei Wolkenkratzern balancieren. Das sind die Mutproben, die man als ­Player bei dem illegalen Online-Game „Nerve“ in der realen Welt in den Straßen Manhattans bestehen muss, um Anerkennung und virtuelles Geld vom Zuschauer (dem Watcher) zu erhalten.

Von der Computer-Welt in die reale, Foto: Studiocanal, Nico Tavernise

Sicher ist es begrüßenswert, wenn die Kids mal den Computer verlassen und sich draußen im echten Leben bewähren. Aber die Herausforderungen, die „Nerve“ an die scheue Vee (Emma Roberts) und ihre hippen New Yorker Freundinnen stellt, gehen eindeutig zu weit. Das findet auch Vees überforderte Mutter, herrlich überdreht dargestellt von Juliette Lewis. Vees nerdiger Freund Tommy (Miles Heizer), der heimlich in sie verknallt ist, macht sich mit seinen Hacker-Freunden indes auf, das lebensgefährliche Spiel direkt im virtuellen Raum zu bekämpfen.
„Nerve“ ist ein visuell peppiger, flotter  ­Thriller, unterlegt mit wummernden Elektrobeats, überraschend frei von Zynismus und sogar mit Botschaft: Auch wenn du dich bei „Nerve“ nur als Watcher regis­trierst, bist du mitschuldig. Denn die ano­nymen Zuschauer machen das tödliche Spiel erst möglich. Ein fast rührendes Lehrstück über Verantwortung in der ­Internetcommunity.

USA 2016, 97 Min., R: Henry Joost, D: Emma Roberts, Dave Franco, Juliette Lewis