Datenpolitik

Nervöse Systeme

Das Haus der Kulturen der Welt stellt Projekte zu Datenströmen und Kontrollverlust aus

Emma Charles: „Fragments on Machines“, Production still, 2013. Foto: Emma Charles

Am Flughafen von Zürich erhielt Stephanie Hankey die Nachricht einer Fluggesellschaft auf ihrem Mobiltelefon. Dabei flog sie dieses Mal mit einer anderen. „Aber die wussten eben, dass ich gerade am Flug­hafen bin“, sagt die Co-Kuratorin der Ausstellung „Nervöse Systeme“, die am 11. März im Haus der Kulturen der Welt beginnt. Und genau darum dreht sich die Schau, die Kunst und Technikprojekte vereint: Wie greifen Daten in unsere Leben ein, und wie lässt sich dem begegnen? Es geht um Suchmaschinen, soziale Netze, Krankenkassen- und ID-Chips sowie historische Versuche, Daten analog zu erheben.
Dabei soll die in zwei große Räume gegliederte Ausstellung keineswegs ­Panik verbreiten, weder soll Utopie noch Dystopie entwerfen, sondern auch mit ihren Workshops und dem Rahmenprogramm Möglichkeiten zur Reflexion bieten. Die Beiträge kommen von Künstlern wie Ai Weiwei, Harun Farocki und dem Peng!Collective, das soeben mit seinem Tortenwurf auf eine AfD-Politikerin Aufsehen erregte, und von digitalen Praktikern wie dem Tactical Technology Collective. „Nervöse Systeme“ ist Teil des Langzeitprojekts „100 Jahre Gegenwart“, mit dem das HKW Folgen des Ersten Weltkriegs untersucht.

11.3.–9.5.: John-Foster-Dulles-Allee 10, Tiergarten, Mi–Mo 11–19 Uhr, Eintritt 6/ erm. 4 €, Mo frei, Eröffnung: 10.3., 19 Uhr, Eintritt frei