Berlin

Neue Alte Kaserne

In Spandau läutet Kurator Ralf F. Hartmann mit einer Dreifachschau einen Neuanfang auf der Zitadelle ein

Das Zentrum für aktuelle Kunst hat am 20. April in der Zitadelle Spandau seinen Ausstellungsbetrieb aufgenommen. In den klar strukturierten und großzügigen drei Räumen der Alten Kaserne mit 2.000 Quadratmetern soll „internationale zeitgenössische Kunst im Kontext historischer Entwicklungen“ gezeigt werden. Zur Eröffnung konzentriert sich Kurator Ralf F. Hartmann, Kulturamts- und Ausstellungsleiter in Spandau und zuvor am Kunstverein Tiergarten tätig, auf die historischen Entwicklungen – und ist dabei leider nicht über zweitklassiges Niveau ­herausgekommen.

© Zitadelle
Vom Kunstverein Tiergarten und der HFBK Leipzig an die Spitze des Spandauer Kulturamts: Ralf F. Hartmann. Foto: Zitadelle

Hartmann hat für die „Lounge“ des Zentrums konventionelle „Berliner Künstlerporträts“ des Fotografen Jürgen Baumann ausgesucht, die die Abgebildeten meist in ihrem Arbeitsumfeld vorstellen. Im Projektraum zeigt Klaus Noculak seine „Projekte für den öffentlichen Raum“, etwa Entwürfe zu der Idee, der Gedächtniskirche mit Hilfe einer Lichtprojektion ein Spitzdach aufzusetzen. Im Hauptraum schließlich hat Hartmut Böhm eine kleine Retrospektive seiner meist minimalistischen Arbeiten aus den letzten 50 Jahren inszeniert; metallene T-Träger etwa fügen sich da wieder einmal zu geometrischen Skulpturen. Um es klar zu sagen: Die Räume sind zu schade für solch biedere Kunstpräsentationen, die kaum jemanden nach Spandau locken werden.

Bis 30.6.: Zitadelle Spandau, Galerie Alte Kaserne, Am Juliusturm 64, Spandau, Mo–So 10–17 Uhr, 4,50/ 2,50 €

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