Neue Kunstbücher

Sinnliche Erkenntnisse: Neue Kunstbücher

Emanzipation und Exil: Lotte Laserstein

Deutscher Kunstverlag
Deutscher Kunstverlag

Dem Aufbruch der Frauen nach 1918 gab ­Lotte Laserstein in eindrucks­vollen Porträts Gestalt. Die Kunsthistorikerin Anna-­Carola Krausse hat ihre Dissertation über die ­emanzipierte Berliner Malerin zu einer reich ­bebilderten, ­packenden Mono­grafie umgearbeitet, die die Homo­erotik im Werk ebenso ­würdigt wie das Schaffen im Exil: Die Jüdin Laserstein emigrierte 1937 nach Schweden.

Von Anna-Carola Krausse. Deutscher Kunstverlag 2018, 248 S., 92 Farb­abb., 72 s/w-Abb., 29,90 €


Widerständig Schlafen: Viron Erol Vert

Distanz Verlag
Distanz Verlag

The Name of Shades of Paranoia, Called Diff­erent Forms of ­Sil­ence Schlafen als Widerstand gegen den Zwang zur Produktivität, Träumen als Besinnung auf das Ich, das sich im digitalen Multitasking verliert: Davon handeln die Essays dieses Bandes. Er entstand nach der Ausstellung des Berliner Künstlers Viron Erol Vert 2018 in der Galerie Wedding – klug argumentiert und liebevoll bebildert unter anderem mit Traumprotokollen von Besucher*innen.

Ute Müller-Tischler (Hg.), Distanz Verlag 2018, dt./ engl., 160 S., 143 Abb., 24,90 €


Durch die DDR : Wieland Förster

Akademie der Künste
Akademie der Künste

„Weil aus dem Zweifel Wachstum entsteht“, heißt der Unter­titel, der den Klang der Auszüge aus Tage­büchern des Bildhauers Wieland Förster treffend zitiert. Förster, 1950 chronisch erkrankt aus Gefangenschaft in Bautzen entlassen, sucht im Labyrinth der DDR-Kulturpolitik Wege zwischen Kompromissen und Widerstand. Ein intimer Blick in eine Welt, die Gegenwart und heutige Bilder vom Beruf Künstler mitgeprägt hat. 

Akademie der Künste,  Eva Förster (Hg), Archiv-Blätter 23, 2018, 125 S., zahlr. Abb., 12 €


Zum Blättern: Brigitte Waldach

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Distanz Verlag
Distanz Verlag

Instinct Schlichte Graphitzeichnungen mit Tiefgang zeichnen das neue Buch der Berliner Künstlerin aus, die sonst auch mit Sound, Text und Räumen experimentiert. Hier jedoch hat sie Gefühle und Gedankeblitze auf Zeichen­papier gebannt, hochkant wie in einem ­Skizzenbuch. Die handschriftlichen Einträge verstärken den Eindruck eines Tagesbuchs. „Zeichnungen sind Gravuren des Seelischen“, schreibt Christoph Tannert im Nachwort, und das trifft es hier genau. 

Distanz Verlag 2018, 94 S., 90 Abb., dt./engl., mit Klappe und Schmuckband, 44 €


 

Verwandlungskunst: Nezaket Ekici

Present and Absent Knapp ein Jahr ­lebte die Berliner Performancekünstlerin ­Nezaket Ekici in Rom. In dieser Zeit wagte sie ein Garderoben-Experiment: Jeden Tag kleidete sie sich komplett neu ein, die vielen Strumpfhosen, Pullis und Blusen kaufte sie meist auf römischen Straßenmärkten. Ihre Ergebnisse ließ sie täglich mit Fotos dokumentieren, die auch ihre große Freude am Neuerfinden zeigen – abseits vom Catwalk erforscht Ekici modische Selbstbestimmung. Motivierend.

Kerber Verlag 2018, 172 S., 267 Farb­abb., dt./engl., 40 €


Für Kinder: Die Bauhaus-Stadt

Seemann Verlag

Seemann Verlag

Häuser in Ufo-Form mit knallbunten Treppenhäusern: So sehen die Bauhaus-Bauten aus, lernen Max und Lotte beim Familienausflug nach Dessau. Viele Informationen über die Bauhaus-Architektur bereiten Ingolf Kern, ehemaliger Sprecher der Stiftung Bauhaus, und Birgit Schössow kindgerecht auf, ganzseitige Bilder und Rezepttipps laden zum ­gemeinsamen Lesen ein. Da lässt sich der ausbaufähige Plot fast verzeihen.

Von Ingolf Kern, Birgit Schössow. Verlag E.A. Seemann 2018, 56 S., kompl. illustriert, ab 8 J., 14,95 €


Berenberg VerlagBerenberg Verlag

 

 

 

Hnter den Kulissen: Mutter, Muse und Frau Bauhaus

Selten betrachtet die Öffentlichkeit Frauen, die das Wirken erfolgreicher Männer des 20. Jahrhunderts im Hintergrund bestimmten.
Ursula Muscheler schenkt den Akteurinnen im Leben von Bauhaus-Ikone Walter Gro­pius nun volle Aufmerksamkeit: Aus Briefen hat sie die Geschichten von Mutter Manon Gropius, Alma Mahler und etwa Ise Gropius so sorgfältig wie familär – und auch feministisch – rekonstruiert.

Ursula Muscheler:Berenberg Verlag 2018, 160 S., mit Abb., 24 €

 

 

 


 

Neue Fotobücher

Der lange Blick: Neue Fotobücher