Berliner Kunstvereine

Neues von Eric Baudelaire

Warum zeigen, was das Publikum bereits weiß? Eric Baudelaire enttäuscht mit seinem neuen Video

Eric Baudelaire ist international bekannt für seine neokonzeptionelle Kunst, die Nähe zu politischen Themen sucht. Dieses gilt auch für sein perfekt produziertes Video „Walked The Way Home“ von 2017, das jetzt im Showroom des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.) im ersten Stock läuft. Das Werk zeigt Aufnahmen in Slow ­Motion aus Paris, wo Baudelaire lebt, und aus Rom: Zu sehen ist, wie sich im Stadt­gebiet zivile Passanten und bewaffnete Militärs in unmittelbarer Nähe zueinander aufhalten.

Neuer Berliner Kunstverein / Jens Ziehe
Eric Baudelaire: „Walked The Way Home „, 2017, Ausstellungsansicht Neuer Berliner Kunstverein, 2018. Foto: Jens Ziehe/ Photography

 

Die vermehrte Präsenz von „Sicherheitskräften“ auf Grund der internationalen Terrorgefahr steht also zur Disposition. Das Slow Motion und die unterlegte sphärische Musik vermitteln dabei einen beklemmend-surrealen Eindruck. Aber wozu dieser ästhetische Aufwand? Dass die ­„Sicherheitsbestimmungen“ in vielen Ländern verschärft wurden, wissen wir alle, das Video erzählt uns nichts Neues. Eine irgendwie geartete Analyse dieses Sachverhalts nimmt Baudelaire nicht vor, stattdessen leistet seine Arbeit nicht mehr als eine letztlich depolitisierende Ästhetisierung. 

Bis 27.4.: Neuer Berliner Kunstverein n.b.k., Chausseestr. 128–129, Mitte, Di/Mi + Fr 12–18, Do 12–20 Uhr, Eintritt frei

Kommentiere diesen Beitrag