Komödie

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Hanebüchene Komödie über einen unglaublichen Geizhals

ZITTY-Bewertung: 3/6

Da hat einer sprichwörtlich am falschen Ende gespart: Wenn man aus übertriebener Sparsamkeit längst abgelaufene Kondome benutzt, darf man sich nicht wundern, wenn knapp 20 Jahre später eine fast erwachsene Tochter, von der man nichts wusste, vor der Tür steht. Für den ausgemachten Geizhals François bricht mit dem Auftauchen von Laura eine Welt zusammen – die eines aus Knauserigkeit, Schnäppchenjagd und erbärmlichstem Knickertum bestehenden Lebens.

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Da bleiben wir lieber auf der Couch Foto: Thomas Bremond Jericho

Dany Boon spielt den Zwangsneurotiker François mit derselben übertriebenen Hektik wie schon seinen „Superhypochonder“: eine an sich tragische Figur, die im Film jedoch erst für ein paar Lacher sorgt, dann der Lächerlichkeit preisgegeben wird und am Ende eine wundersame Bekehrung zum besseren Menschen durchmachen muss.

Etliche lustige Einfälle, etwa wenn der Orchestermusiker François Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ in aberwitziger Geschwindigkeit runtergeigt oder sich gegen den schnöseligen Kellner in einem hochpreisigen Restaurant zur Wehr setzt, zünden durchaus. Dass sich die charmante Cellistin Valerie in den unsympathischen Schnorrer verliebt, bleibt jedoch genau so unerklärlich wie die charakterliche Wende des Helden. Da müsste der versierte Action-Regisseur Cavayé („Mea Culpa“) beim nächsten Komödienversuch noch nachbessern.

Radin! (OT) F 2016, 91 Min., R: Fred Cavayé, D: Dany Boon, Laurence Arné, Noémi Schmidt, Start: 6.4.

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