Kino

Niemandsland – The Aftermath

Hamburg nach dem Krieg: Rachel ­Morgan (Keira Knightley) kommt aus London in die zerbombte Hafenstadt, um dort mit ­ihrem Mann Lewis zu leben. Der hat als hoher ­britischer Besatzungsoffizier ­gerade die Villa des Architekten Stephen Lubert beschlagnahmen lassen. Rachel hasst die Deutschen, seit ihr Sohn bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen ist. ­Lewis sieht die Sache etwas differenzierter: Weil er Lubert und dessen Tochter Greta weiterhin auf dem Dachboden ­wohnen lässt, sind die Spannungen also vorprogrammiert.

Niemandsland
Alexander Skarsgård, Jason Clarke und Keira ­Knightley (v.li.)
Foto: Twentieth Century Fox

Allerdings interessiert sich das Melodram „Niemandsland“ des britischen TV-Regis­seurs James Kent nicht wirklich für die ­Beziehungen der ehemaligen Kriegsgegner zueinander – sie sind wie die Nachkriegskulisse nur Vorwand für ein Ehedrama um die unterschiedliche Verarbeitung eines traumatischen Verlusts.

Spannend ist daran allerdings wenig, und die plötzlich entflammte Leidenschaft ­zwischen Rachel und dem Liebhaber ­(extra hölzern: Alexander Skarsgård) auf dem Dachboden wirkt auch eher absurd. Interessant ist hier vor allem die Figur des Offiziers, den Jason Clarke als einen Mann spielt, der seinen Kummer mit britischem Durchhaltevermögen hinter Arbeit und Pflichtbewusstsein verbirgt. 

GB/D/USA 2019, 108 Min., R: James Kent, D: Keira Knightley, Jason Clarke, Alexander Skarsgård, Rosa Enskat, Start: 11.4.

https://www.zitty.de/event/kino/niemandsland-the-aftermath/