Neue Diven

Nina Reithmeier

In „Durst“ spielt sie eine Inderin, in „Türkisch für Liebhaber“ eine Türkin – dabei kommt Nina Reithmeier aus Bayern. Vielleicht sind es ihre dunklen Locken gewesen, die der 1981 in Kempten geborenen All­gäuerin eine Rolle in der Pro7-Sitcom „Abschlussklasse 2003“ verschafft haben, in der sie zwei Jahre und 350 Folgen lang spielte. Damals hatte Reithmeier noch keine Schauspielausbildung, aber nach sehr kurzer Zeit viele Fans, die sie auf der ­Straße ansprachen. Das ist ihr heute ein wenig peinlich, sie legt keinen Wert darauf, erkannt zu werden.

2005 geht Reithmeier nach Berlin und holt die Schauspielausbildung nach. Sie singt und tanzt in „Türkisch für Liebhaber“ an der Neuköllner Oper. Die nächste Station 2009 ist schon das Grips Theater, dessen Ensemble sie seitdem angehört: Sie spielte die Milli in Volker Ludwigs Klassiker „Max und Milli“. Es ist ihr erstes Stück für Kinder und ihre erste Rolle als Kind. Das Kunststück, ein Kind zu spielen, ohne ein Kind zu spielen, gelingt ihr bravourös: Ihr Spiel ist direkt und energetisch, ihr zierlicher Körper durchtrainiert und zu akrobatischen Leistungen fähig.

In Sönke Wortmanns „Frau Müller muss weg“ bekommt die eindimensionale Rolle einer Strebermutter durch sie farbige Konturen. Man sollte sehen und hören, wie sie in „Linie 1“ in der Rolle der randständigen Hauptstadt­existenz Maria „Hey du“ interpretiert, das berührendste Lied des berühmten Berlin-Musicals. Oder wie lässig souverän sie die Neuköllner Göre Alex in „Über Jungs“ gibt. Wie gut, dass ihr München damals zu klein geworden ist.

Alter: 32
Theater: Grips Theater
Paraderolle: Die schlagfertig-burschikose Alex in „Über Jungs“ sowie ihre berührende Darstellung der arbeitslosen Maria in „Linie 1“
Auch bekannt durch: „Abschlussklasse 2003“ (Pro7-Sitcom)
Demnächst zu sehen: in
„Frau Müller muss weg“, 22.-24.8.,
19.30 Uhr, Grips Theater