Design

Nordic Design im Bröhan-Museum

Warmes Holz und runde Formen: Das Bröhan-Museum zeigt skandinavische Reaktionen auf das Bauhaus

„Die Antwort aufs Bauhaus“, so heißt die „Nordic Design“-Schau im Bröhan-Museum. Ein Blick auf die Ausstellungsobjekte zeigt schnell, wie die nordischen Länder auf die Ideen des deutschen Bauhauses reagierten: fließender, haptischer und weni­ger streng in der Formenfindung. Und Farbe durfte sein!

Photo: Pernille klemp.
Karl Bojesen: Toys, Designmuseum Danmark, Købnhaven K www.designmuseum.dk
Foto: Pernille klemp.

Sofort verliebt sind wir in den Spielaffen (1951) aus warmem Teakholz des Dänen Bojesen, mittlerweile ein Klassiker (Abb.). Für viele skandinavische Designer*innen und Architekt*innen waren die Bauhaus-Entwürfe zu verkopft und unterkühlt, reiner Funktionalismus, vor allem zu wenig auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet. Vielleicht hat es damit zu tun, dass in Skandinavien das „Hyggelige“, Gemütliche, eine zentrale Eigenschaft in Alltagsdesign und Lebensstil ist.

Der junge Alvar Aalto hat diesen Ansatz sowohl für Architektur als auch die Innenausstattung des Paimio-Sanatoriums in Finnland beherzigt. Zwar sind das schmale hellgrüne Krankenbett und der Nachtschrank (1923–32) in die Jahre gekommen, doch die Kühnheit des Entwurfs fasziniert noch heute. Es gibt keine Ecken, alles ist geschwungen, organisch, selbst das Waschbecken ist rund, das Wasser fließt flach und nahezu geräuschlos.


Bis 1.3.: Bröhan-Museum, Schloßstr. 1a., ­Charlottenburg, Di–So 10–18 Uhr, ­24. + 31.12. geschl., 1.1. 12–18 Uhr, 8/ 5 €, 1. Mi/ Monat & bis 18 J. frei