Utopia Berlin

Ökologische Alternativen

Beim Nachhaltigkeitsportal smarticular wartet man nicht auf neue Umweltgesetze. Man legt einfach los.

Aus Kastanien kann man Waschmittel herstellen
Foto: smarticular.net

Die Idee Angefangen hatte alles mit Waschmittel. Beziehungsweise: mit der Suche nach einer Alternative zu herkömmlichem Waschmittel. Denn: Mit welchen Chemikalien verseuchen wir da unsere Gewässer? Und wie wirken sich Waschmittelrückstände in Kleidung oder Bettwäsche auf unsere Haut und die Gesundheit aus? Sebastian Knecht, 38, und Marco Eder, 36, recherchierten damals im Internet und fanden heraus: Auch mithilfe von Kastanien kriegt man seine Wäsche ordentlich sauber – ohne Chemiekeule.

Das Prinzip Kosmetik, Haushaltsreiniger oder Würzpulver fürs Kochen: ganz ­viele Alltagsprodukte lassen sich mit wenig Aufwand selbst herstellen. Das ist oft nicht nur preisgünstiger. Man vermeidet auch jede Menge Verpackungsmüll, kennt zudem die Inhaltsstoffe. Und hat Spaß beim Selbermachen, haben Knecht und Eder festgestellt. 2014 gründeten der der Informatiker und der Betriebswirt in Berlin smarticular.net, eine Plattform für umweltfreundliche Do-It-Yourself-Ideen rund um Haushalt und Garten.

Das Labor Viele der Rezepte und Ideen wurden bei diversen Eltern und Großeltern erfragt und in der smarticular-„Hexenküche“ ausprobiert. Nicht wenige Lösungen sind aber auch Eigenentwicklungen. Und Vorschläge von Nutzern. Sieben Mitarbeiter hat smarticular inzwischen, die meisten weiblich und mit Kind(ern). Bei ihnen, so glaubt Sebastian Knecht, ist das Interesse an einem nachhaltigen Alltag besonders groß.

Die Zukunft Inzwischen wird das Portal, das monatlich von zwei bis drei Millionen Usern besucht wird, von einer Buchreihe ergänzt. „Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie“ heißt etwa der in zweiter Auflage herausgegebene Klassiker. Außerdem sind Workshops in Planung.