Kino

Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats

Derki reist nach Idlib in den ­Norden Syriens. Hier hat die al-Nusra das Sagen, der Al-Qaida-Ableger wurde von Abu Osama mitbegründet, diesen glühenden Dschihadisten wird Talal Derki nun mit seinem Kameramann zweieinhalb Jahre begleiten. Er gibt sich als Kriegs­reporter aus, als Sympathisant des Salafismus. Und Abu Osama präsentiert ihm stolz seine ältesten Söhne: Osama, 13, und Aymann, 12.

Die Kinder spielen Fußball, der Vater bläut ihnen den Islam ein. Einmal fängt der Kleinste einen Spatz. Er schneidet ihm den Kopf ab – so wie es der Vater mit ­seinen Feinden tut.

Dschihadist Abu Osama inmitten seiner Söhne
Foto: Basis Berlin Filmproduktion

Später liegt der ­Kadaver auf dem Teppich – ein hartes Bild. ­Davon gibt es viele in dem preis­gekrönten Dokumentarfilm: Tränen in den Augen Gefangener, die Angst der Kinder, wenn der Ausbilder ihnen beim Drill zwischen die Beine schießt.

Eine brutale Kindheit, der ­möglicherweise nur Aymann entkommt – er ist ­untauglich fürs Militär. Nebenbei zeigt Talal Derki auch ­einen Vater, der sich sorgt und liebt – unter den Prämissen seines religiösen Wahns. ­Schonungslose Einsichten – und am Ende ein Regisseur, der seine Heimat endgültig an einen ­Albtraum ­verloren hat. Cristina Moles Kaupp

D/LIB/QAT/SYR 2017, 99 Min., R: Talal Derki, Start: 21.3. Preview: 15.3., 19.30 Uhr, Hackesche Höfe, zu Gast: Regisseur Talal Derki

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