Kino

On the Milky Road

Emir Kusturica bleibt sich ewig treu

Ein Film von Emir Kusturica. Mehr muss man kaum sagen über den ersten Spielfilm des serbischen Regisseurs nach zehn Jahren. Doch von einem Alterswerk mag man nicht wirklich sprechen. Mit sich selbst in der Hauptrolle als Milchmann ­Kosta, der im ländlichen Balkan spielt, irgendwann während der Kriege, die der Auflösung des Vielvölkerstaates ­Jugoslawien folgten. Auf einem Esel, mit kleinem Schirm in der Hand, reitet Kosta durch die Berge und wirkt nicht nur deswegen wie eine nicht sehr moderne Version von Sancho Pansa. Zwei Frauen begehren den Milchmann, die einheimische Ex-Gymnastin Milena (Sloboda Mićalović) und eine Serbo-Italienerin, die nur Die Braut (Monica Belluci) heißt und einem serbischen Kriegshelden versprochen ist.

Viel wichtiger als die Menschen sind allerdings die Tiere – Gänse, Schafe, Bären und vor allem eine Schlange – die sich frei zwischen den Kriegsfronten bewegen und das Geschehen zu kommentieren scheinen.

Ungleicher Zweikampf
Foto: Weltkino

Das besteht in bester Kusturica-Manier aus überbordenden Szenen, viel Musik, Slapstick und Absurditäten, gepaart mit Melancholie, Pathos und einer Spur magischem Realismus. Wie ein Relikt aus vergangener Zeit wirkt das, denn während sich die Welt und das Kino verändert hat, macht Kustu­rica noch Filme, als wäre das 20. Jahrhundert nicht vorbei.

„Na mliječnom putu“, SER/GB/USA 2016,  125 Min., R: Emir Kusturica, D: Monica ­Bellucci, Emir Kusturica, Predrag Manojlović

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