Dokumentarfilm

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Ein mitreißender Dokumentarfilm feiert das Kintopp in Indien

ZITTY-Bewertung 6/6

Der Fahrradkurier und Süßigkeitenverkäufer bahnt sich seinen Weg durch den mörderischen Verkehr Mumbais. Auf seinem Gepäckträger: zehn Blechbüchsen mit 35mm-Film. Sein Ziel: Das Alfred-Talkies, ein Filmpalast mitten im Herzen der Millionenstadt. Der Abspielstätte für alte B-Movies und Bollywood-Gangster-Kracher geht es nicht gut. Denn das Publikum strömt nicht mehr in das Kino mit den antiken Projektoren. Und ein Bauinvestor ist längst scharf auf die wertvolle Immobilie.

Die Regisseure Florian Heinzen-Ziob und Georg Heinzen porträtieren in ihrer wundervollen Hommage an das dem Untergang geweihte Kino jene drei Menschen, die als Überzeugungstäter die Träume auf Zelluloid am Laufen halten. Da ist die Besitzerin, der man die Leitung des Kinos einst nicht zutraute. Wie soll eine Frau das auch schaffen? Der Manager gibt dem Plakatmaler auch gerne mal den einen oder anderen unerwünschten Tipp. Dessen Liebe gehört dem Kino und dem Plakate malen. Ein Künstler, liebenswerter Tyrann und Auftragspinsler, der das Plakat, wenn nötig, spannender gestaltet als der Film das hergibt.

Diese Crew ist das Zentrum dieser Huldigung an das indische Kino, an eine Zeit, als die Werbung noch auf Dias gezeigt wurde und der Filmvorführer nicht -immer rechtzeitig die nächste Rolle startete. Ein großartiger Dokumentarfilm über die Wunderwelt Kino.  

D 2015, 95 Min., R: Florian Heinzen-Ziob, Georg Heinzen

Original Copy – Verrückt nach Kino

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