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Osmans Töchter

Meze with a Twist: Osmans Töchter
Foto: Osmans Töchter

Wo ist das?
Ist es mehr als eine Meldung, dass Osmans Töchter westwärts gezogen sind? Ja. Denn mit der Dependance in der Charlottenburger Wielandstraße ist ein Komet gelandet. Tür auf, den Samtvorhang beiseite geschoben, man betritt eine andere Welt. Keine klischeebehaftete Orient-Szenerie, wie sie in der Pappelallee gepflegt wird, sondern puristisches Understatement. Die Umrisse von Bodentextilien sind einfach in Weiß auf den grauen Betonboden gemalt.

Wie schmeckt das?
Quirlige junge Menschen in Grüppchen teilen sich (zu) überschwänglich warme und kalte Vorspeisen. Diese basieren zwar auf traditionellen Rezepten, haben aber immer einen modernen Schalk im Nacken, so die Weinblätter mit Sauerkirschen und Pinienkernen. Dazu geht es auf eine schöne Weinreise durch die Türkei, Frankreich, Italien und Deutschland. Eine mediterrane Alternative im Glas ist der hausgemachte Granatapfeleistee. Dies trifft auch auf den frischen Minztee zu, allerdings lässt sich das heiße Glas erst nach Minuten anfassen. Das Tahin-cremige Humus, wahlweise mit Sucuk oder geräucherter Paprika, die ohne Scheu gewürzten Köfte und die roten Linsen-Bällchen sind gutgemachte Hausmannskost. Raffiniert kommt der mit Zitrone, Körnersenf und Trüffelöl konzipierte Wolfsbarsch daher. Der türkische Tafelspitz mit Zitronen-Kartoffel-Püree mit Datteln, Korinthen und Zimt legt viel Burschikosität an den Abend, was die Euphorie der Jung-Foodies in Charlottenburg jedoch nicht stört. Sie hat sich eben verändert, die eben noch alte Dame Charlottenburg, nicht nur, weil es dort jetzt auch Osmans Töchter gibt. Cle

Wielandstr. 38, Charlottenburg, tgl. 17–0 Uhr, www.osmanstoechter.de

Kategorie: moderat
Overall
4
  • Essen
  • Atmosphäre
  • Preis/Leistung

Summary

Osmans Töchter in der Wielandstraße haben uns überzeugt.