Kino

Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes

Eines sollte man sich beim Ansehen ­dieses Films immer vor Augen halten: Dies ist im wesentlichen eine Auftragsarbeit; Don ­Dario Edoardo Viganò, Kommunikations­chef im Vatikan, hatte die Idee und trat mit ihr an Wim Wenders heran. Das ­Letzte, was man hier also erwarten sollte, ist eine kritische Auseinandersetzung mit der Institution Katholische Kirche.

Papst Franziskus
Papst Franziskus Foto: CTV Célestes Solares Neue Road Movies Decia PTS ART’s Factory

Im Zentrum: Jorge Mario Ber­go­glio, der heute 81-Jährige ist seit gut fünf ­Jahren als Papst Franziskus Oberhaupt der ­Katholiken. Der charismatische Mann ist hier in quasi jeder ­Szene präsent, wird auf Reisen rund um die Welt, bevorzugt in Krisenregionen ­aller Art, mit der Kamera begleitet.

Ergänzt werden die Reiseszenen und berühmte Reden bei der UN oder im US-Kongress zum einen durch ausführ­liche ­Inter­- views, in denen der Papst durch eine spezielle Spiegelvorrichtung der ­Kamera direkt zum Zuschauer zu sprechen scheint, zum anderen durch merkwürdige, fast unfreiwillig komische ­Spielfilm-Sequenzen über den Heiligen Franz von Assisi, in schwarz-weiß und auf alt ­getrimmt.

Nun ist und bleibt die Katholische Kirche eine höchst problematische Organisation mit einer ebensolchen Historie. Dennoch ändert das nichts daran, das ganz viel, was dieser Papst – auch im Gegensatz zu etlichen Vorgängern – sagt, einfach wahr und aus dieser Richtung kommend sehr überraschend ist.

VAT/D/CH/F/USA/I 2018, 96 Min., R: Wim Wenders, Start: 14.6.

Papst Franziskus: Ein Mann seines Wortes

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