Kino

Pavarotti

Die peinlicheren Geschichten werden natürlich nicht erzählt. Zum Beispiel, dass „Big P.“ bei Restaurant-Besuchen immer für zwei Personen mehr bestellte als am Tisch saßen. Mit der Erklärung, die kämen noch. (Er hat dann alles selber verputzt.) Stattdessen kommen sämtliche Geliebten und Ehefrauen zu Wort, deren Oscar-Preisträger Ron Howard („Apollo 13“) nur habhaft werden konnte. Der Weg vom Opern-Divo zum Pop-Star, von den Anfängen in Modena bis zu den „Pavarotti & Friends“-Events, wird beflissen nachgezeichnet.

Credit: MARKA / Alamy Stock Photo

Dass Luciano Pavarotti, der vor zwölf Jahren verstorbene Jahrhundert-Tenor, ein Pop-Star der Klassik gewesen sei, stimmt zwar. Er war aber nicht der erste – das waren Mario Lanza und Enrico Caruso. Etwas zu prompt landet der Film denn auch bei der Nennung der Stiftung, die Pavarotti ins Leben rief.

Dafür aber wartet der Film mit so viel grobkörnigem Archivmaterial auf, dass man aus dem Staunen über das Können dieses Mannes nicht heraus kommt. Besser hat Pavarotti wohl nie geklungen! Ein schwächerer Ton ist nicht zu hören (obwohl es durchaus welche gab). Die beiden anderen der „Drei Tenöre“ Plácido Domingo und José Carreras kommen auch bewundernd zu Wort. Pavarotti selbst meint, dass sein Vater die bessere Stimme besessen habe. Die Mutter dagegen fand das nicht. Sie sagt, dass sie beim Sohn etwas verspürte, was sie sogar bei ihrem Ehemann nicht verspürt habe.

USA 19, 114 Min., R.: Ron Howard, Start: 26.12.

https://www.zitty.de/event/kino/pavarotti-2019/