Dokumentarfilm

Pawlenski

ZITTY-Bewertung: 5/6

Der Russe Pjotr Pawlenski ist politischer Aktionskünstler: Er nähte sich aus Protest gegen den „Pussy Riot“-Prozess die Lippen zu, nagelte am Feiertag der Polizei seinen Hodensack auf dem Roten Platz fest. Den Staat und seine Organe will Pawlenski mit seinen Aktionen bloßstellen.

Und das funktioniert tadellos: Die Vertreter der staatlichen Ordnung haben keine Ahnung, was sie mit Pawlenski machen sollen. Irene Langemann porträtiert Pawlenski, der mittlerweile in Frankreich um Asyl nachsuchte, in Gesprächen mit ihm, seiner Lebensgefährtin Oksana Schalygina, solidarischen Künstlern sowie Aufnahmen und Nachinszenierungen diverser Prozesse und Vernehmungsprotokolle. Das ist ebenso interessant wie komplex und auch ein wenig unheimlich – wie immer, wenn Menschen mit einer radikal moralischen Haltung ans Werk gehen: Wie grenzen sich Politik, Kunst, Privates und Fanatismus eigentlich gegeneinander ab? Und tun sie es im Fall von Pawlenski überhaupt?  Lars Penning

D 2017, 99 Min., R: Irene Langemann

Pawlenski – Der Mensch und die Macht

Kommentiere diesen beitrag