CTM Festival

CTM Persisting Realities

Zum Glück läuft Kunst länger als Musik: Zum CTM gibt es auch Soundkunst auf die Augen, teils bis März im Kunstraum Kreuzberg

© SERGE ILLIN / Vivian Caccuri
Vivian Caccuri, „Oratório“, © SERGE ILLIN / Vivian Caccuri

„Persistance“ heißt das diesjährige Motto des CTM. Das Team des Festivals für experimentelle Musik und künstlerische Projekte, das immer zeitgleich mit der Transmediale stattfindet (Seite 65), gibt sich zum 20-jährigen Jubiläum der Reihe nachdenklich und fordernd. Räume für Kunst und Experimente werden rar und teuer; künstlerische Freiheit ist ein Luxusgut. Da wird Hartnäckigkeit, wie sie 2019 dem Festival den Titel gibt, ein Muss für Kreative, um überhaupt weiterzumachen.

Künstlerische Stimmen, die solch eine Ausdauer mitbringen, lassen sich in der CTM-Ausstellung „Persisting Realities“ im Kunstraum Kreuzberg sowie in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst und im Berghain sehen und hören. Zum Beispiel von Nik Nowak, der mit „The Mantis“ eine Soundskulptur in die große Halle des Berghains bringt. Videokünstler Moritz Stumm, der wie Nowak bei Lothar Baumgarten an der Universität der Künste studierte, steuert die visuel­len Projektionen bei. In Nowaks Skulptur geht es um Sound als Waffe und Kriegsmittel. Auch 30 Jahre nach dem Fall der Mauer ist das Thema aktuell: Die Lautsprecher an der Grenze zwischen Nord- zu Südkorea beispielsweise stehen noch.

Lorina Speder

Bis 17.3.: Kunstraum Kreuzberg, Mariannenplatz 2, Mo–So 11–20 Uhr, Eintritt frei