FILMADAPTION

Persona

Zu kühl und künstlich gerät Anna Bergmann die Adaption des Filmes ihres Namensvetters Ingmar Bergman

Eine redet, eine schweigt: Corinna Harfouch, Karin Lithman – Foto: Arno Declair

Wer oder was steckt hinter der Maske, der „Persona“? Wie stehen Kunst und Leben zueinander? Fragen wie diese lotete Ingmar Bergman 1966 in seinem gleichnamigen avantgardistischen Schwarzweißfilm aus. Die berühmte Schauspielerin Elisabeth bleibt plötzlich stumm, zieht sich mit ihrer Pflegerin Alma in ein Sommerhaus auf einer Insel zurück. Herbschöne Landschaften, zwei herbschöne Frauen, die sich zunehmend in einen Psycho-Krieg verbeißen. Warum?

Auch bei Regisseurin Anna Bergmann in den DT-Kammerspielen bleibt die Frage unbeantwortet. Im Krankenhaus zu Beginn dominieren Videos auf Papierbahnen und Stimmen vom Band. Auf der Insel ist das Sommerhaus eine Muschel aus Spiegeln, die unter Wasser steht. ­Corinna Harfouch spricht, Karin Lithmann schweigt und lächelt (bei der Premiere in Schweden war’s andersrum). Warum? Sind sie zwei Seiten eines Charakters? Oder treiben die Stille, die Blicke, die Selbstgespräche Alma ins philosophische Ungewisse?

Bergmann brutalisiert den Konflikt, findet schöne Theater-Spiegelbilder, thematisiert das Voyeuristische des Theaters. Abendfüllend ist das allerdings nicht, weil die Inszenierung zu kühl, distanziert und künstlich bleibt. GEORG KASCH

20.12., 5. + 6.1., 19.30 Uhr, Kammerspiele des Deutschen Theaters, Schumannstr. 13a, Mitte. Regie: Anna Bergmann; mit Karin Lithman, Corinna Harfouch, Franziska Machens, Andreas Grötzinger, Eintritt 23–30, erm. 9 € (nur noch Restkarten an der AK)