SEEFAHRT

Peter Pan oder von einem der auszog, das Sterben zu lernen

Der Heimathafen Neukölln schickt Peter Pan auf eine abendliche Floßfahrt in der Rummelsburger Bucht

Alexander Ebeert als gealterter Peter Pan – Foto: Vronsky

Peter Pan ist hier eine One-Man-Show: Mal lehnt er lässig an der Reeling, als wenn er mit der Zigarette an einer Bar stünde, mal turnt er auf dem Schiff herum, mal dreht er uns den Rücken zu. ­Alexander Ebeert, der lange am BE war und heute zur Truppe des Heimathafens gehört, erzählt uns von dem kleinen Jungen, der fest daran glaubt, dass er fliegen kann.

Das Team des Heimathafens um Regisseurin Nicole Oder präsentiert in „Peter Pan oder von einem der auszog, das Sterben zu lernen”, wie man die Figur noch nicht gesehen hat: älter geworden, traumatisiert, melancholische Songs ins ­Mikro raunend. Er schippert mit seinem Floß auf der Rummelsburger Bucht und um die Liebes­insel herum und nimmt das Publikum mit auf einen atmosphärisch-philosophischen Trip.

Nicole Oder hat sich an dem Buch „Peter Pan in Kensington Gardens“ von James Matthew Barrie orientiert, sozusagen der Ur-Peter-Pan. Und eine neue Geschichte dazu erfunden von einem traurigen Outcast, der nicht genau weiß, ob er selber ­Peter Pan ist oder sein Sohn, der bei einem schrecklichen Unglück um’s Leben gekommen ist und nie älter als acht ­Jahre werden wird. Original und neue Texte verschränken sich zu einem andeutungsreichen Monolog. Geheimnis und Schicksal werden von Ebeert routiniert geerdet. Berüh­rend. REGINE BRUCKMANN

14.9., 19 Uhr, Abfahrt Altstralau/ Rummelsburger Bucht, Uferweg, Berlin-Lichtenberg. Regie: Nicole Oder; mit Alexander Ebeert, Nicolas Bamberger, Jan Slak. Eintritt 17,50, erm. 12 €