Berlin

Pfand für Kippenstummel

Die Berliner Initiative „Die Aufheber“ fordert ein Pfandsystem für Zigarettenfilter

In Taschenaschenbechern kann man Kippenstummel nach dem Rauchen aufbewahren und dann umweltbewusst entsorgen.

Die Idee Jede*r Berliner*in sollte möglichst drei Stücke Müll am Tag von der Straße aufheben. Mit diesem simplen Vorschlag plant der Gründer der Initiative, Stephan von Orlow, eine radikale Verminderung von Verpackungsmüll. Ein Schritt zu diesem Ziel sei die Einführung eines Zigaretten-Pfand-Systems, denn abgesehen von dem Dreck stört ihn auch die Umweltverschmutzung: „Wenn Kippen mit krebserregenden Stoffen feucht werden und dann ihre toxischen Stoffe in den Boden abgeben, können bis zu 40 Liter Grundwasser kontaminiert werden.“

Die Organisation In der zugehörigen Facebook-Gruppe gibt es 1.200 aktive Mitglieder, viele weitere beteiligen sich individuell am Aufheben. In regelmäßigen Abständen gibt es auch Verabredungen zu regionalen Aufräumaktionen, die Initiative ist zudem im deutschen Clean-up Netzwerk organisiert.

Die Umsetzung Beim Kauf von Zigaretten soll man einen Taschenaschenbecher erhalten, um seine Abfälle bis zur Abgabe aufzubewahren. Auf die Frage, ob ein Pfand von 20 Cent pro Zigarettenstummel ein realistischer Vorschlag sei, antwortet Stephan von Orlow: „Auf jeden Fall, denn wir haben ja gegenläufige Logistikströme, vom Handel zum Endkunden, daher können genauso gut Verpackungen zurückgenommen werden. Ich denke, dass Pfandsysteme uns den Weg ebnen werden, Recycling-Kreisläufe zu schließen, weil mit Pfand jeder ein monetäres Interesse hat, Müll getrennt zurückzubringen.“ Die zugehörige Petition hat bereits fast 50.000 Unterschriften, der nächste Schritt sei es, an die Politik und Industrie heranzutreten, sagt er.

Text: Nora Stavenhagen

aufheber.de, Link zur Petition: change.org/p/pfand-auf-zigaretten-und-schachteln