Kino

PJ Harvey – A Dog Called Money

In ihrer nun auch fast schon dreißigjährigen Karriere hat PJ Harvey ihren Status als Ausnahmekünstlerin im Bereich des Indie-Rock manifestiert. Sie hat sich niemals auf Kompromisse mit dem Pop-Mainstream eingelassen, und eine kommerzielle Visualisierung ihrer Musik war nie ihr Ding.

PJ Harvey as featured in Seamus Murphy’s film „A Dog Called Money“. His feature documentary on their collaboration traces the sources of the songs that were inspired by their travels, and tells stories of the some of the people and places they encounted along the way.
© Seamus Murphy

Durch ihre Begegnung mit dem Fotografen und Kameramann Seamus Murphy jedoch wurde das Visuelle für sie wichtiger. Zwischen 2011 und 2014 besuchten die beiden den immer noch von Kriegsspuren gezeichneten Kosovo, Afghanistan und soziale Ghettos in Washington. Aus den Eindrücken entstand 2015 das Buch „The Hollow of the Hand“, 2016 folgte das Album „The Hope Six Demolition Project“. Der gemeinsame Film „A Dog Called Money“, der die öffentlich stattgefundenen Studioaufnahmen zu der Platte dokumentiert und einen sehr persönlichen Blick auf Harvey während dieser Reisen wirft, ist nun der Abschluss ihres Projektes.

Entstanden ist ein ungewöhnlicher Reise-Musikfilm. Er entzieht sich jeder Kategorisierung und ist trotzdem eine stimmige Studie über Fremdheit und Desillusion und die Möglichkeiten und Grenzen künstlerischer Aufarbeitung von gesellschaftspolitischen Realitäten. Der Vorwurf des „Trümmertourismus“, der dem Film nach seiner Premiere bei der diesjährigen Berlinale gemacht wurde, ist jedenfalls völlig aus der Luft gegriffen.

IR/GB 2019, 90 Min., R: Seamus Murphy, Start: 14.11.

https://www.zitty.de/event/kino/pj-harvey-a-dog-called-money/