PUBLIKUMS LIEBLING

Zuschauerpreis für Pollesch

Läuft für René Pollesch. Nachdem Zittys Theaterkritiker*innen ja kürzlich seine Diskurs-Revue „Glauben an die Möglichkeit der völligen Erneuerung der Welt“ zur Berliner Inszenierung des Jahres 2019 gewählt haben, heben ihn nun auch die Mitglieder der Theatergemeinde Berlin aufs Treppchen. Sie haben seine Inszenierung „Cry Baby“, mit der der Dramatiker und Regisseur zu Beginn der Spielzeit 2018/19 seinen Einstand am Deutschen Theater gegeben hatte, zur „Aufführung des Jahres“ gewählt.

Sophie Rois (Mi.) in „Cry Baby“ von René Pollesch – Foto: Arno Declair

Die Preisverleihung findet am 20. Januar im Anschluss an die Vorstellung der Inszenierung statt. Es ist ein Stück, das Pollesch gewissermaßen Sophie Rois auf den Leib geschrieben hat, die damals mit ihm und dem Ende der Ära Castorf von der Volksbühne Berlin zum DT gewechselt war. Beide gaben mit dem launigen Diskurs rund um Liebhabertheater, Ökonomie, Genie und den Schlaf, der sowohl Ungeheuer gebiert wie auch die ganz große Versenkung ihr dortiges Debüt. Pollesch wird zur Spielzeit 2022/23 als Intendant an die Volksbühne zurückkehren, Sophie Rois folgt ihm ein Jahr später, wenn ihr Vertrag als Ensemblemitglied des DTs ausgelaufen ist.

Die 1963 gegründete Besucherorganisation Theatergemeinde vergibt ihren Publikumspreis „Aufführung des Jahres“ seit 1982. Zu den Preisträgern der letzten Jahre gehören Barrie Kosky „Anatevka“-Inszenierung an der Komische Oper (2017/18), Thomas Ostermeiers Schnitzler-Inszenierung „Professor Bernhardi“ an der Schaubühne (2016/17) und „Terror“ von Ferdinand von Schirach in der DT-Inszenierung von Hasko Weber (2015/16).