Essen Gehen

Pound & Pence

Ist das mit den Burgern nicht eigentlich längst durch?

Mit Tahine und roten Zwiebeln: der Lammburger aus Fleisch vom Müritzhof
Foto: Clemens Niedental

Mag sein. Aber James Doppler, der zuletzt beim wunderbaren Markstandösterreicher Habe die Ehre (ebenfalls in der Arminiusmarkthalle) das Herzhaft-Derbe kongenial mit dem sehr Feinen zu verschmelzen wusste, hat vielleicht genau deshalb einen Burgerladen aufgemacht: weil der wirklich delikate Burger in Berlin noch immer eine seltene Fleischpflanze ist. Es gibt Tommi’s Burger Joint für den Alltag und den Dry-Age-Burger von der Kumpel & Keule Speisewirtschaft. Und es gibt nun James Doppler: Der Wiener mit den südwesteng­lischen Wurzeln gibt sich als Pound & Pence die Ehre. Und das nicht nur aus purer Fleischeslust. Die eigenen Pickles und Chutneys, die hausgemachte Mayonnaise mit dem britischen Senf – künftig wird Doppler diese Produkte auch für den Hausgebrauch verkaufen. Schließlich sei er ja in einer Markthalle zu Hause, sagt er.

Aber geht es beim Burger nicht doch ums Fleisch?

Zugegeben. Und das kommt von Freilandrindern aus Schleswig-Holstein. James Doppler lässt es gröber wolfen und trockenreifen – nur so kommt eine Aromatik zwischen die Buns, die nicht nur rauchig oder intensiv ist, sondern wirklich nuancenreich (ab 7,50 Euro). Ja, hier kann einer wirklich kochen. Und ich schreibe jetzt gerade nicht: auch wenn er nur Burger macht.

Und was gibt es sonst noch?

Das britische Nationalgericht Chicken Tikka (tatsächlich wurde es 2016 als solches gewählt), hier interpretiert als Sandwich mit einem ganzen, ausgelösten Hähnchenschenkel, und wöchentlich wechselnde Specials, von denen ein Burger immer auch vegetarisch ist. Im Kühlschrank stehen Helles aus Bayern und Ale von der Insel. Nach einem (nötigen) Umbau des Marktstands im September wird das Getränkeangebot ausgeweitet. CLE

Arminiustr. 2–4 (in der Arminiushalle), Moabit, Di–Sa 12–21 Uhr, www.facebook.com/Poundandpenceberlin