Serie Projekträume #5

Diskurs Berlin

Die kleinen Kunsträume in Berlin machen ­besonders anregendes Programm. Wir stellen an diesem Platz Projekträume vor, dieses Mal Diskurs Berlin

© Sebastian Drüen

Amit Goffer, Weaving the Shadow, 2017, Mixed Media Installation,185 x 80 x 104 cm
© Sebastian Drüen

Der Name Diskurs ist Programm: Alle Aktivitäten hier sollen dem gedanklichen Austausch dienen. Neben Ausstellungen bietet der 2016 gegründete Projektraum in der Novalisstraße von Mitte ein Residency-Programm für Künstlerinnen und hält engen Kontakt zur Kunstszene in Korea, sodass die Ausstellungen oft auch dort gezeigt werden. Über den Projektraum kommen Künstlerinnen, Kuratorinnen und Sammlerinnen auch weltweit zusammen.

Um die Vermittlung kümmert sich die Direktorin und Gründerin des Projektraums, Jung Me Chai aus Seoul, die in Amsterdam künstlerisch ausgebildet wurde und auch die aktuelle Ausstellung „God’s Biometric Data“ kuratiert hat. Die Arbeiten von Amit Goffer und Erik Andersen befassen sich mit philosophischen Fragen der Existenz, besonders mit der einzigartigen Biometrie jedes Menschen.

Die minimalistischen Skulpturen von Erik Andersen kontrastieren durch ihre perfekten, geometrischen Formen jede natürliche Vielfalt. Doch vor einem der Objekte erkennen sich die Besucher*innen in einem eingebauten Spiegel selbst. Mit zeitloser Technik verweist Andersen so auf das Sammeln biometrischer Daten wie bei der Gesichtserkennung. Die Struktur unsere Mienen wird hier zu einer oberflächigen, singulären DNA, die für Maschinen entschlüsselbar ist. Vor Andersens Arbeit vermischen sich Dystopie und Alltäglichkeit.

Bis 19.10.: Diskurs Berlin, Novalisstr. 7, Mitte, Mi–Sa 13–19 Uhr

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