Dokumentarfilm

Projekt A

Eine filmische Reise zu diversen ­anarchistischen Projekten in Europa

ZITTY-Bewertung: 4/5
ZITTY-Bewertung: 4/5

Ein Feuerwehrauto geht in Flammen auf, schwarzvermummte Demonstranten werfen Steine, die Polizei antwortet mit Tränen­gas – Bilder, die man bei einem Film über Anarchie erwartet. Doch sie tauchen nur ganz zu Beginn auf. Stattdessen wollen die Regisseure Moritz Springer und Marcel Seehuber zeigen, wie fern der Anarchismus doch dem Terrorismus steht. ­Anarchismus, das ist für sie nicht nur Kampf gegen das System, sondern vor allem der Kampf um das, was danach kommt: eine freie Gesellschaft von solida­rischen Menschen. Also mehr Aufbau als Abriss. Anarchisten sind demnach so ­etwas wie radikale Demokraten, bei denen es keine Repräsentanten gibt und jede Stimme gleich viel zählt.

Projekt AFoto: Demian von Prittwitz
Projekt A
Foto: Demian von Prittwitz

Anhand von Interviews und Beobachtungen werden diverse Projekte präsentiert: In Griechenland führen die Anarchisten einen Kampf gegen Drogenhändler und betreiben eine eigene Klinik mit Umsonst-Apotheke. In Deutschland wird eine Aktivistin begleitet, die sich an die Schienen eines Atomtransports kettet. In München baut ein Kombinat für 450 Menschen Gemüse an. In Spanien wird die anarchosyndikalistische Gewerkschaft CGT vorgestellt. Die anarchistische Idee, der Versuch eines herrschaftsfreien Miteinan­ders, verbindet die Geschichten etwas arg lose miteinander. Weniger spannend sind sie dadurch aber nicht. Martin Schwarzbeck

D/ESP/GR/CH 2015, 84 Min., R: Moritz Springer und Marcel Seehuber