Festival

Protest – Ortstermin Moabit

Der diesjährige „Ortstermin Moabit“ nimmt sich ein aktuelles Thema vor – und droht daran zu scheitern

Der „Ortstermin“, das Moabiter Fest für Kunst im Stadtraum, steht 2017 unter dem Motto „Protest“, und zwar „außerhalb von Mainstream und Populismus“, wie Veronika Witte sagt, die neue Direktorin des veranstaltenden Kunstvereins Tiergarten. An über 70 Orten sind 150 Arbeiten in Ausstellungen, Ateliers und Stadtraum zu sehen. Die zentrale Schau im Park am U-Bahnhof Turmstraße umfasst 15 große Werbetafeln mit 15 Beiträgen.

Foto: Galerie Nord | Kunstverein Tiergarten

Für weitreichende Proteste ist die Partizipation vieler Menschen wesentlich – und dank Costantino Ciervo schnell möglich. Der Berliner Künstler stellt auf seiner Werbetafel die App „SendProtest“ vor (Foto). Nutzer können fotografisch festhalten, was sie inakzeptabel finden, und die Aufnahmen einsenden. Auf der Seite www.sendprotest.com verzeichnet eine interaktive Weltkarte den Protest. Auch bei dem Berliner Fotografen Stefan Boness spielt Beteiligung eine Rolle. Er nahm Menschen bei Demonstrationen und Paraden mit Protestschildern auf. „Was stimmt denn mit euch nicht“ oder „Kapi­talismus ist Kriminalität“, heißt es dort.

Einen Gang durch den Park mit Kunst und Protestluft zu ergänzen, ist eine gute Idee, doch die Ausstellung rüttelt nicht auf. Ohne Hintergrundinformationen zu den Arbeiten wird das Konzept der Ausstellung wohl den wenigsten Passanten deutlich.

Bis 23.7.: Im Stadtraum zwischen Turmstraße und Alt-Moabit, Mo–So 0–24 Uhr
Bis 29.7.: Weitere Beiträge in der Galerie Nord, Turmstr. 75, Moabit, Di–Sa 13–19 Uhr