Melodram

Queen of Earth

Indie-Regisseur Alex Ross Perry ­thematisiert die Weiblichkeit

ZITTY-Bewertung: 4/5
ZITTY-Bewertung: 4/5

Catherine, genannt Cat, wird von ihrem Freund verlassen. „Du machst auf dramatisch“, sagt er, und damit ist das Thema auch schon benannt, es geht um Weiblichkeit und Drama, und um die Rolle, die Männer dabei spielen. Um sich von ihrer Verletzung zu erholen, fährt Catherine in ein Haus auf dem Land. Sie wird von ­ihrer Freundin Virginia aufgenommen. Dieser Sommer hat seine eigene Geschichte, denn Alex Ross Perry verbindet zwei Zeit­ebenen: Catherine war vor einem Jahr schon einmal da, damals ging es Virginia schlecht, nun aber ist sie diejenige, die aus einer Position der Souveränität spricht. Sie hat auch einen neuen Freund.

Queen of Earth
Queen of Earth

Die Dialoge sind zum Teil so geschnitten, dass man fast übersieht, dass sie ­einen Zeitsprung enthalten. Es ist immer zugleich auch ein Sprung in der Befindlichkeit. Nicht von ungefähr sagt man ja auch, jemand habe „einen Sprung“, wenn die psychischen Belastungen zu groß ­werden. Man könnte bei „Queen of Earth“ an ­ein Psychodrama von Ingmar Bergman denken, allerdings in den Farben eines prächtigen neuenglischen Sommers. Mit der großartigen Elisabeth Moss („Mad Men“) im Zentrum gestaltet der renommierte ­Independent-Regisseur Alex Ross Perry ein Melodram für die heutige Zeit: ­Frauen & Wahnsinn, das ist nicht zuletzt eine ­Sache des Blicks, den die Männer ­darauf werfen. Bert Rebhandl

USA 2015, 90 Min., R: Alex Ross Perry, D: Elisabeth Moss, Katherine Waterston, Patrick Fugit, Kentucker Audley, Keith Poulson