Solidarität in der Corona-Krise

Queeres Hilfsnetzwerk: Krisenerprobte Queers helfen am Rand der Gesellschaft

Denen helfen, die sonst keine Hilfe bekommen: Die Macher*innen des Karada-House, einem Safer Space für Queers, haben ein Hilfsnetzwerk aufgebaut. Für ihre internationale Community, deren Mitglieder nun oft besonders aufgeschmissen sind und für alle anderen, die niemanden haben, aber auf Hilfe angewiesen sind. Denn krisenerprobt sind sie allemal.

Weil sie wissen, wie es sich anfühlt, an den Rand gedrängt zu werden: Die Queers vom Karada House helfen anderen Marginalisierten in der Corona-Krise.
Weil sie wissen, wie es sich anfühlt, an den Rand gedrängt zu werden: Die Queers vom Karada House helfen anderen Marginalisierten in der Corona-Krise. Foto: imago/Gudath

„Es ist, historisch gesehen, nicht der erste Virus für uns Queers, den wir zusammen überleben müssen”, sagt Beatrice vom Karada House, einem Safer Space für Queers. Das Jahr über bietet er Kurse in Tanz, Yoga und SM an. Doch jetzt geht anderes vor.

Ab der zweiten Märzwoche haben sie hier gemerkt, wie stark sich Angst breitmacht bei ihrer internationalen Crowd: Geldprobleme, aber auch die mentale Lage angesichts der Bedrohung. Inspiriert vom britischen Netzwerk Queer Care haben die Leute vom Karada House einen Fragebogen gepostet – um ein Hilfsnetzwerk aufzubauen.

Fast 1.000 Leute haben sich innerhalb weniger Tage gemeldet, um zu helfen. In den Supermarkt zu gehen. Zur Apotheke. Kochen und Essen vorbeibringen. Für Menschen, die sonst niemand haben. Oder einfach dasein, psychisch stabilisieren.

Zudem kamen 5.000 Euro per Crowdfunding zusammen, damit auch für Menschen eingekauft werden kann, die kein Geld mehr haben. „Viele Queers haben so viel Scheiß durchgemacht“, sagt Beatrice. „Wir wissen, was es heißt, in Krisen zu stecken – und sind dementsprechend erfinderisch“

Alle weiteren Infos unter: www.karada-house.de/2020/03/12/queer-
relief-for-corvid-19/