Kino

Radiance

Naomi Kawase ist auch in ihrem ­neuen Film auf der Suche nach dem ­perfekten Produkt. War es in „Kirschblüten und rote Bohnen“ noch eine ­spezielle ­Bohnen­paste, geht es jetzt um die Erzeugung einer Audiodeskription.

Misako ­Ozaki schreibt Texte für Kinofilme, um auch Blinden das Filmerlebnis zu ermöglichen, das sie selbst so schätzt: beim Gucken mit dem Geschehen auf der Leinwand zu verschmelzen und sich dabei völlig zu vergessen. Um das zu erreichen, arbeitet sie mit einigen Sehbehindertenzusammen, die ihre Beschreibungen einschätzen. Kann man sich unter dieser Bezeichnung etwas vorstellen, ist der Begriff zu abstrakt? In der Mehrzahl hat sie die Blinden auf ihrer Seite, doch ­einer schlägt quer: Herr Nakamori. Der Ex-Fotograf hat seine alte Rolleiflex an einen Kollegen verschenkt, der nun Hochglanzbilder schießt, so für das ­Cover des Magazins „Radiance“.

Idylle oder Kitsch?
Foto: Concorde

Kawase bringt beide zusammen und macht daraus eine Parabel auf die Vergäng­lichkeit. Zufälligerweise doppelt die sich in dem zu bearbeitenden Film: „Nichts ist so schön wie das, was vor unseren Augen verschwindet“, heißt es da. Und Misako Ozaki findet: „Ich wünschte, es gebe einen Weg, das gleißende Licht zu fassen. Ich bin ihm immer nachgelaufen, bis die Sonne aufging.“ Bei einer Schwäche für die Romane von Nicholas Sparks könnte das als Poesie durchgehen.

„Hikari“, F/J 2017, 101 Min., R: Naomi ­Kawase, D: Ayame Misaki, Masatoshi Nagase

https://www.zitty.de/event/drama/hikari-radiance/

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