Kino

Ready Player One

Kurz nach „Die Verlegerin“ läuft mit ­„Ready Player One“ ein neuer Film ­Steven Spielbergs an, der ihn von einer anderen, keineswegs unbekannten Seite zeigt. Denn seine besten Filme hat Spielberg ­immer dann gedreht, wenn er sich als ­großes Kind mit unbeschränktem ­Budget präsentierte.

Ready Player One
Foto: Warner Brothers

Dazu bietet ihm die Verfilmung des gleichnamigen dystopischen Bestsellers von Ernest Cline jede Gelegenheit. Die Geschichte um den 18-jährigen Wade, der wie die meisten seiner Mitmenschen die Zeit statt in vermüllten Slums lieber in einer virtuellen Welt namens OASIS verbringt, birst vor visuell aufregenden Actionsequenzen und amüsanten Anspielungen auf die Pop- und Filmkultur der 80er-Jahre. Letztere sind auch der Schlüssel zu den vom verstorbenen Erfinder im Spiel versteckten Hinweisen, die dem Entdecker die Kontrolle über OASIS und ein Milliardenvermögen garantieren sollen – was auch einen schurkischen Großkonzern auf den Plan lockt.

„Ready Player One“ ist die bessere Art von Popcorn-Kino: simpel in der Struktur, verspielt im Detail, mit Identifikationsangeboten für verschiedene Generationen. Wer allerdings intelligente Gedanken zum Thema Virtuelle Realität erwartet, liegt bei diesem Film eher falsch: Mehr als die banale Feststellung, dass es uns allen gut täte, mehr Zeit im wirklichen Leben zu verbringen, ist nicht drin.

USA 2018, 140 Min., R: Steven Spielberg, D: Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendel­sohn, Mark Rylance, Simon Pegg

Ready Player One