Zeitreise

Regeln spielen keine Rolle

Wieder da: Warren Beatty

ZITTY-Bewertung: 5/6

Kein Film über Howard Hughes, sagt ­Warren Beatty. Das stimmt nur begrenzt. „Regeln spielen keine Rolle“ ist sehr wohl ein Film über den exzentrischen Milliardär und Filmverrückten, aber nicht nur. Es ist auch ein Film über die Kinoikone ­Beatty ­(„Bonnie & Clyde“), ebenso über die Tabus der US-Nachkriegsgesellschaft, die heute noch nachwirken, etwa wenn man sich den unterschiedlichen Umgang bei den Jugend-Freigaben im Hinblick auf Sex und Gewalt anschaut.

Howard Hughes (Warren Beatty)
Foto: 20th Century Fox

Die Geschichte der Kleinstadtschönheit Marla Mabrey (Lily Collins), die nach Holly­wood kommt, als Schauspielerin unter Vertrag genommen von Howard Hughes, inszeniert Beatty streckenweise höchst komisch, etwa was die unbeholfenen Annäherungsversuche des Multimillionärs anbelangt. Aber auch, wenn der junge Chauffeur Frank (Alden Ehrenreich) sich in Marla verliebt, sie seine Gefühle erwidert, aber beiden es ihre religiösen Überzeugungen verbieten, das auszuleben. Dabei ist hinter der Farce das Drama stets zu spüren.

Dies ist kein Epos (wie Beattys „Reds“ es war oder Martin Scorseses Hughes-Biopic „Aviator“), eher ein „kleiner“ Film, der es vielen bekannten Darstellern erlaubt, in kurzen Auftritten zu glänzen. Erzählerisch ein Stück klassisches Hollywood und ­damit Teil einer vergangenen Epoche; umso bedauerlicher, dass der Verleih ihn so lustlos herausbringt.

„Rules Don’t Apply“, USA 2016, 127 Min., R: Warren Beatty, D: Warren Beatty, Lily Collins, Annette Bening, Alden Ehrenreich

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