Essayfilm

Remake, Remix, Rip-Off

Filmemacher Cem Kaya führt uns ein in eine in Deutschland fast unbekannte Welt: das türkische Massenkino „Yeşilçam“ der 60er- bis 80er-Jahre.

ZITTY-Bewertung: 4/5
ZITTY-Bewertung: 4/5

Damals entstanden tausende Billigstproduktionen, die sich wegen eines fehlenden Urheberrechts in der Türkei eifrig bei Hollywoodfilmen bedienten. Vom Schmachtfetzen, über jede Menge Actionfilme bis zu hanebüchenem Science Fiction war alles vertreten, was noch heute manchen Trashnerd glückselig machen würde.

Viele Schauspieler und Regisseure aus dieser Zeit kommen neben einigen Filmexperten zu Wort. Doch zum Ereignis wird die Doku durch die vielen von Kaya raffiniert montierten Filmausschnitte aus den Trashfilmen, bei denen man sich immer wieder verwundert die Augen reibt. Das türkische Remake von „Manche mögen’s heiß“ und „Rambo“ oder die anatolische Variante von Tarzan möchte man gerne mal in voller Länge sehen. Oder doch lieber nicht? Ein cineastischer Mikrokosmos tut sich auf, den es zu entdecken gilt. Eine sehr amüsante Doku, für die Kaya sieben Jahre recherchiert hat. Und die aber auch zeigt, mit wieviel Herzblut die damaligen Kreativen bei der Sache waren.

D 2015, 100 Min., R: Cem Kaya, Kinostart: 5.5. Nur im Kino Brotfabrik