Musik

Zum 70. Geburtstag von Rio Reiser: Neues Stipendium des Musicboards

Rio Reiser wäre am 9. Januar 2020 70 Jahre alt geworden. Foto: imago images / Busse⁠

Gute 23 Jahre ist er schon tot, doch die Bedeutung von Rio Reiser wird vielen erst jetzt bewusst. Denn lange vor Lindenberg, Grönemeyer oder Westernhagen war es der als Ralph Christian Möbius geborene Texter, Komponist, Sänger und Schauspieler, der die deutsche Sprache in die Rockmusik brachte.

Bereits 1970 gründete er die Band Ton Steine Scherben, die anfangs radikale politische Protestlieder, später auch esoterisch angehauchtes Liedgut präsentierte. 1986 erschien das epochale Soloalbum „Rio I.“ mit den inzwischen fast zu Volksliedern gewordenen Songs „Junimond“ und „König von Deutschland“.⁠

Alljährlich veranstaltet die Berliner Geschichtswerkstatt rund um Rios Todestag im August eine Gedenkschifffahrt in Spree und Landwehrkanal, bei dem stets Scherben-Mitglieder live musizieren. Und der Heinrichplatz in Kreuzberg soll im September zum Rio-Reiser-Platz umbenannt werden.

Der Mariannenplatz wäre geeigneter gewesen – passend zu Rios „Rauchhaussong“ von 1972: „Der Mariannenplatz war blau, so viele Bullen waren da …“ Im Juni wird das großartige Musical „Mein Name ist Mensch“ wieder im Schillertheater zu sehen sein.⁠ Am 9. Januar 2020 wäre er 70 Jahre alt geworden. Begraben ist er auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof an der Großgörschenstraße in Schöneberg.⁠

Anlässlich des 70. Geburtstages wird außerdem erstmals vom Musicboard ein Rio Reiser Sonderstipendium an einen politisch engagierten und aktivistischen Berliner Musiker beziehungsweise eine Band vergeben. Die Auszeichnung ist mit 8000 Euro dotiert.


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