Postkolonial

Riots

Geschichte mit Ausblick: Mit Kunst zu Aufständen endet in der ifa-Galerie die Serie „On Colonial Legacies“

Destabilisierende Gewalt: Jitish Kallats „Anger at the Speed of Fright“, 2010
Foto: ZITTY

Die Galerie des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) zeigt seit Frühjahr 2017 eine Ausstellungsreihe über die Folgen der Kolonialherrschaft. Sie schließt jetzt im vierten Teil mit Arbeiten von 14 Künstlern und Künstlergruppen zu Aufständen der jüngeren Geschichte, die Folgen von Rassismus und Armut sind.

Die Auswahl von Gastkuratorin Natasha Ginwala (Co-Kuratorin 14. Documenta und 8. Berlin Biennale) behauptet, dass Proteste teils politische Verbesserungen, teils eigene Ästhetiken hervorbringen, wie Louis Hendersons Film über den „Bristol-Sound“ belegt. Teils fallen Aufstände jedoch im Nichts zusammen und hinterlassen ein Klima der Gewalt: Ein Sinnbild dafür ist Jitish Kallats Bodeninstallation mit Miniaturfiguren (Foto), die Steine werfen, sich schlagen und an Arundathi Roys neuen Roman auch über Gewalt gegen Minderheiten in Indien denken lassen.

Künstler gestalten Verhältnisse offensichtlich mittelbar: Sie bewahren, informieren, gedenken, sie schaffen Räume für Gefühle und Ideen, auf die Haltung und Handlung folgen können. Ein Beispiel dafür ist John Akomfrahs herausragende BBC-Doku­mentation „Riot“ (1999) über die Unruhen 1981 in Liverpool: Mit Ansichten aus der darniederliegenden Stadt und Protagonisten sehr verschiedener Milieus hat Akomfrah einen Film über Klassengegensätze und Rassismus von epischer Wucht geschaffen.

Bis 1.4.: ifa-Galerie, Linienstr. 139/149, Mitte, Di–So 12–18 Uhr, Eintritt frei

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