Dokumentarfilm

Robert Doisneau  –  Das Auge von Paris

Porträt des Pariser Fotografen

Das berühmteste Foto von Robert Doisneau stammt von 1950. „Der Kuss vor dem Hotel de Ville“ zeigt ein sich küssendes Paar auf der Rue de Rivoli in Paris. Ursprünglich einer Serie im „Life“-Magazin entstammend, verbreitete sich das Foto in den 1980er-Jahren weltweit als Poster und verhalf dem 1912 geborenen Fotografen zu einer kaum geahnten neuen Welle der Popularität. Paris als die Stadt der Liebe: Es war wohl das nostalgische Klischee, das die Popularität dieses Schwarzweißbildes begründete, sowie eine unmittelbar ansprechende Menschlichkeit.

Das Auge von Paris
Eine Aufnahme Doisneaus von 1985
Film Kino Text/Robert Doisneau

Letztere entsprach offenbar ganz der Persönlichkeit des Fotografen, wie ihn ­seine Enkeltochter Clémentine Deroudille in ­ihrem dokumentarischen Porträt vorstellt: ein freundlicher Mann, der die Menschen mochte und von ihnen gemocht wurde. Der populäre Doisneau ist der Fotograf der Pariser Vorstädte, wo er das Leben der „kleinen Leute“ mit viel Sympathie auf seine Negative bannte. Doch Deroudille zeigt – anfangs chronologisch, später eher thematisch geordnet – auch die weniger bekannten Seiten des Fotokünstlers: seine Farb-Experimente oder auch seine Mode- und Werbeaufnahmen.

Ein Sozialfotograf war Doisneau nie: Er suchte auch im Hässlichen das Schöne und baute seine eigene Welt. Für sein berühmtestes Foto hatte er zwei Schauspielschüler angeheuert. 

„Robert Doisneau – Le révolté du ­merveilleux“, F 2016, 83 Min., R: Clémentine Deroudille

Robert Doisneau: Das Auge von Paris

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