Kino

Robin Hood

Robin Hood ist nicht tot zu bekommen, er gehört zu jenen mythischen Helden, von denen sich jede Generation ihr eigenes Bild macht. Schließlich bleibt der Kampf gegen Willkür und Ungerechtigkeit stets aktuell.

In der jüngsten Verfilmung, das Spielfilmdebüt des serienaffinen britischen Regisseurs Otto Bathurst, gibt es gar keinen Sherwood Forest mehr. Oder besser gesagt: Es gibt ihn, aber nur noch als Idee. Es fehlen auch fröhliche Gesellen, die sich dort tummeln könnten. Denn fröhlich ist in diesem „Robin Hood“ niemand. Der Stoff wird eher als mit Spezialeffekten und Zeitlupen angereicherter Kriegsfilm abgehandelt: Wenn Robin (Taron Egerton) zu Beginn bei einem Kreuzzug mitwirkt, dann sehen die Kriegshandlungen aus wie Bilder vom Häuserkampf im Irakkrieg – nur eben mit Pfeil und Bogen.

Robin Hood: Wo ist der Spitzbatz? Wo ist der grüne Wams?
Foto: Larry Horricks Studiocanal

Der böse Sheriff von Nottingham (Ben Mendelsohn) sieht in seinen schwarzen Lederklamotten aus wie Joseph Goebbels und hetzt gegen Muslime und Migranten. Die Kirche deckt jedes Verbrechen – Hauptsache, es springt was dabei raus. Der moderne Ansatz ist interessant, auch wenn zu viel Liebgewonnenes auf der Strecke bleibt: etwa Robins Liebe zu einer Marian, die auch im größten Getümmel immer aussieht, als wolle sie auf dem Laufsteg neue Klamotten präsentieren – und vor allem der Humor. Der hätte auch eine probate Waffe sein können.

USA 2018, 116 Min., R: Otto Bathurst, D: Taron Egerton, Jamie Foxx, Eve Hewson, Ben Mendel­sohn, Paul Anderson, Start: 10.1.

https://www.zitty.de/event/kino/robin-hood-2019/