Kunst in der Oper

Rosa Loy & Neo Rauch: Lohengrin

In Beyreuth hat das Künstlerpaar Rosa Loy und Neo Rauch haben Wagner hübsch gemacht. Das Ergebnis ist in Potsdam zu sehen

Die Magie theaterhistorischer Museen und Kostümsammlungen besteht in ihrer Nähe zum Totenreich. Das Leben ist noch im Material, dem Kostüm und Requisit zu greifen, obwohl es für immer vorüber ist. Diesem unwiderstehlichen Reiz lässt sich nun in der Potsdamer Villa Schöningen in vollen Zügen frönen.

© Noshe 2018
Blick in die Ausstellung der Villa Schöningen: Teil des Bühnenbildes in „Lohengrin“ Bayreuth 2018 von Neo Rauch und Rosa Loy © Noshe 2018

Nach einer konventionellen und wohl gerade darum bejubelten Inszenierung des „Lohengrin“ bei den Bayreuther Wagner-Festspielen 2018, zu denen die Leipziger Künstlerin Rosa Loy und ihr Mann, der Maler-Mystagoge Neo Rauch, Bühnenbild und Kostüme gestalteten, zimmerte man am Havelufer schnell eine kleine, feine Ausstellung zusammen, in der nun originale Bilder und Skizzen des Künstlers und der Künstlerin neben Kostümen und Requisiten vornehmlich in der domi­nanten romantischen Farbe Blau zu sehen sind. Für Amüsement und Erbauung ist in jedem Fall gesorgt.

Zum Beispiel, wenn Lohengrins Flug- und Zugtier als windschnittige Drohne im Luigi-Cola­ni-Design von der Decke schwebt oder im Mittschnitt einer Gesprächsrunde der Dirigent Christian Thielemann in blauen Socken über die Farbe Blau räsoniert. Das sind Begegnungen der besonderen Art. Man sollte sie sich vielleicht gerade deshalb nicht entgehen lassen. 

Bis 13.1.: Villa Schöningen, Berliner Str. 86, Potsdam, Do–So 12–18 Uhr,  5/3 €, bis 18. J. und Sozialleistungsempfänger mit Nachweis frei