Jahresrückblick 2018

Klaus Dörr

Klaus Dörr
Klaus Dörr
Foto: Julian Roeder

Noch einer, der überraschend ein neues Jobangebot bekam und spontan „Ja“ sagte: Klaus Dörr ist seit Sommer 2018 neuer Intendant der Volksbühne. Monatelang hatte er zwei Jobs und eine Sieben-Tage-Woche, pendelte zwischen Stuttgart und Berlin. Jetzt widmet er sich voll und ganz der Volksbühne, soll einen Schauspielerstamm und ein Repertoir an spielbaren Stücken zusammenstellen.


Wie haben Sie sich gefühlt, als klar war, dass Sie Chef der Volksbühne werden?

Der erste Gedanke war: Das ist nicht zu schaffen. Das war dann der Ausgangspunkt, danach kamen alle Höhen und Tiefen, die mit der Theaterarbeit verbunden sind. Andererseits war es auch eine Ehre und vor allem eine große Herausforderung. Theater machen bedeutet, Leben in Unsicherheit und vor allem im Widerspruch. Bei mir setzen sofort lösungsorientierte Impulse ein. Wer könnte inszenieren, wer gastieren, mit wem könnten wir koproduzieren, mit wem kooperieren, wen einladen und nicht zuletzt: wen engagieren?

Letztlich bin ich gerne nach Berlin zurückgekommen. Vor den fünf Jahren am Schauspiel Stuttgart mit Armin Petras standen bereits mehr als 20 Jahre Berlin – meine Assistenzzeit am Berliner Ensemble, sieben Jahre als Produzent und Produktionsleiter in der freien Szene und sieben Jahre am Maxim-Gorki-Theater ebenfalls mit Petras. Da gab und gibt es eine Menge Verbindungen, die man wiederaufnehmen kann. Berlin ist die wichtigste deutsche Theaterstadt. Allerdings stelle ich fest, dass alles noch schneller und roher geworden ist.