Jahresrückblick 2018

Martin Hikel

Martin Hikel
Martin Hikel
Foto: imago/Christian Ditsch

Martin Hikel ist der Nachfolger von Franziska Giffey und der neue Bürgermeister von Neukölln. Der 31-jährige Mathelehrer übernahm den Posten spontan, nachdem Giffey überraschend Bundesfamilienministerin wurde. Hikel will den „pragmatischen und problemorientierten“ Kurs der Neuköllner SPD fortsetzen – leise und bedacht im lauten Neukölln.


Wie haben Sie sich gefühlt, als klar war, dass Sie Neuköllns neuer Bürgermeister werden?

Die Wahl zum neuen Bezirksbürgermeister von Neukölln kam für mich völlig überraschend. Zeit zur Vorbereitung hatte ich keine, auch wenn ich viel Erfahrung mitgebracht habe.
Als ich angefangen habe, mich politisch zu engagieren, hatte ich nicht das explizite Ziel, Bürgermeister zu werden. Ich wollte einfach etwas für die Menschen tun und unsere Stadt mitgestalten. Insofern war es eine Ehre, dieses Amt übernehmen zu dürfen. Jetzt darf ich jeden Tag ganz konkret das Zusammenleben in unserer Stadt verbessern, womit natürlich auch viel Verantwortung verbunden ist. Alle Welt guckt nach Neukölln, sowohl hinsichtlich unserer Innovationskraft als auch hinsichtlich der Probleme, die wir haben.

Wie sehr ich mich dabei von meinen Vorgängern unterscheide, müssen andere beurteilen. Aber eine gewisse Unaufgeregtheit im täglichen politischen Geschäft ist hilfreich. Ich will nichts klein reden, aber auch nicht alles überdramatisieren.

Vor fünfzehn Jahren wollte niemand nach Neukölln ziehen, heute ist unser Bezirk einer der begehrtesten Spots für innovative Start-Ups, großartige Gastronomie, die freie Künstlerszene und Touristen aus aller Welt. Trotzdem leiden noch viele Menschen unter Armut, außerdem haben wir sehr viel an den Schulen zu tun. Wir haben in Neukölln schon vieles angestoßen, aber natürlich braucht es Zeit, bis die Ergebnisse da sind. Die Strategie unserer Schwerpunkteinsätze gegen Kriminalität haben wir über viele Jahre hinweg entwickelt. Man braucht einen langen Atem und darf sich nicht hetzen lassen. Dafür muss man Sachverhalte nüchtern betrachten. Damit bin ich bislang gut gefahren, und so will ich das auch in Zukunft handhaben.