Jahresrückblick 2018

Tibor Harrach

Tibor Harrach
Tibor Harrach
Foto: Privat / Studioline

Tibor Harrach war zehn Jahre lang Sprecher der Landearbeitsgemeinschaft Drogenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen Berlin. Außerdem ist er Mitbegründer und Aktivist der Drugchecking Initiative Berlin-Brandenburg. Und pharmazeutischer Koordinator des Berliner Drugchecking Projekts. In diesem Jahr kam er seinem Ziel, sauberen Drogen für Berliner, ein Stück näher.


Was hat es bei Ihnen ausgelöst, dass der Senat nun einen neuen Anlauf nimmt, um Drugchecking zu ermöglichen?

Nach 20 Jahren politischer Arbeit: große Freude und Erleichterung. Denn ich bin mir sicher, dass wir mit unserem Berliner Drugchecking-Projekt viele sonst nicht erreichbare Konsument_Innen erreichen werden, sie gut beraten und ihr Leben und ihre Gesundheit schützen können.
Der rot-rot-grünen Koalition ist die Einführung von Drugchecking ein ernsthaftes Anliegen: Sie hat es im Koalitionsvertrag verankert und im Landeshaushaltsgesetz 2018/19 Mittel dafür bereit gestellt. Der rot-schwarze Senat hatte das Drug-Checking Programm von Eve & Rave 1995-96 noch als ungeheure Provokation aufgefasst und reagierte mit Polizeiaktionen. Jetzt aber wurde der Verbund aus vista, Fixpunkt und Schwulenberatung beauftragt, ein Drugchecking Projekt aufzubauen. Zudem wurde bei dem renommierten Rechtswissenschaftler Cornelius Nestler ein Gutachten in Auftrag gegeben, um Rechtssicherheit herzustellen. Ich bezweifele nicht, dass der Berliner Senat, die Polizei und Staatsanwaltschaft dem Gutachten folgen werden. Denn die Strafverfolgungsbehörden hatten auf unserem internationalem Drugchecking Symposium 2011 signalisiert, dass sie Drugchecking mittragen werden, wenn es die Politik will – und sie will jetzt!