Literatenfilm

Rückkehr nach Montauk

Volker Schlöndorff verzettelt sich

ZITTY-Bewertung: 0/6

Schriftsteller stehen oft im Verdacht, sie hätten nichts anderes zu erzählen als ihr eigenes Leben. So beginnt ein Versteckspiel, das im Idealfall große Literatur, manchmal aber nur eitle Selbstbespiegelung ist. Im Falle von Max Frischs Liebesgeschichte „Montauk“ kann man getrost offen lassen, in welche Kategorie sie fällt. Bei Volker Schlöndorffs sehr freier Bearbeitung „Rückkehr nach Montauk“kann es hingegen wenig Vertun geben: Es handelt sich um ein schlimmes Beispiel einer öden Männerliteratenmythologie mit eingebauter Tiefsinnsgarantie.

Rückkehr nach Montauk
Foto: Wind Bunch Germany

Das beginnt schon mit dem „Trick“ zu ­Anfang: Ein Mann (Stellan Skarsgård spielt Max Zorn) spricht direkt in die Kamera. Wir sind das Publikum dieser Lesung, ­allerdings erweist sich dieser programma­tische Auftakt in einem anderen Sinn als zutreffend, als es der Regie lieb sein kann. Was folgt, wird in keiner Sekunde ein Film, es bleibt ein Konstrukt schlechter Literatur, in der jeder Satz unter dem Gewicht seiner prätendierten Behauptung so in den Sand gesetzt wird, wie das Rebecca (Nina Hoss) an einer Stelle mit einem produktplatzierten Geländewagen tut.

Der alternde Dichter und die verhärtete Schönheit bilden ein Paar, von dem nicht einmal in Ansätzen zu ahnen ist, was sie denn einst verbunden haben könnte. Dem Film fehlt es an allem, vor allem aber an Leben. 

„Return to Montauk“, D/F/IRL 2017, 106 Min., R: Volker Schlöndorff, D: Stellan Skarsgard, Nina Hoss, Susanne Wolff

Rückkehr nach Montauk

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