Musikdoku

Ryuichi Sakamoto Coda

Was verbirgt sich hinter einem Klang? Welche Informationen transportiert ein Ton? Wie Weinkenner hegen Musiker und Soundforscher ihre „Klangterroirs“. ­Ryuichi Sakamoto ist so ein begnadeter Besessener, den wir zu Beginn dabei beobachten, wie er einen Flügel betastet, der im Tsunami von 2014 in den Fluten im Osten Japans dahintrieb.

Foto: Salzgeber

Sakamoto, geboren 1952, zählt zu jenen Multitalenten, die als Schauspieler, Musi­ker und Komponist wegweisend arbeiten. Jazz und Elektronik haben ihn schon als Schüler begeistert, dann wird er Keyboarder bei dem Elektropop-Trio Yellow Magic Orchestra – dem japanischen Pendant zu Kraftwerk. Doch Sakamoto will und kann mehr.

Der in Japan aufgewachsene Regisseur Stephen Nomura Schible bekommt den bescheidenen Künstler sehr privat zu fassen: Sakamoto erzählt von den Ängsten, die seine Krebserkrankung 2014 bei ihm auslöste, und lässt einen daran teilhaben, wie sein ökologisches Engagement seit dem Reaktorunglück in Fukushima ­stetig wächst. „Coda“ enthüllt in Rückblicken, wie sich bei Sakamoto Genialität mit Disziplin paart – so forderte Ber­nardo Bertolucci 45 Kompositionen in nur einer Woche für „Der letzte Kaiser“. Für diese Filmmusik bekam Sakamoto 1988 den Oscar. Doch „Coda“ vermittelt vor allem eines: Die intimen Momente voller Faszination bei der Entdeckung eines passenden Klanges. 

USA/J 2017, 102 Min., R: Stephen Nomura Schible, Start: 12.7.

Infos und Termine

Ryuichi Sakamoto: Coda