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Saint Bess

St. Bless im Wedding

Was ist das?
Ein weiterer Beweis dafür, dass der Wedding Pizza kann. Nachdem schon Stranero und Parma di Vinibenedetti zu Institutionen geworden sind, hat nun auch der Sprengelkiez eine hervorragende Adresse. Hier sitzt man im (allzu) minimalistisch eingerichteten Keller, während oben die Pizza backt. Statt der neapolitanischen Art ist man hier dem Beverly-Hills-Stil verpflichtet: Katelyn Fricke und Logan Ross, die ­kalifornischen Betreiber, orientieren sich an der „California Cuisine“. Die machte einst der aus Österreich stammende Küchenchef Wolfgang Puck bekannt, indem er in seinem legendären Restaurant Spago in Hollywood Gourmetpizzen für die High Society servierte.

Wer geht da hin?
Dieselben meist jungen, oft hippen und internationalen Gäste, die man nebenan bei einem Gin Tonic in der Bar-Institution Freya Fuchs trifft. Kein Zufall: Ole Wiechern, der das Freya Fuchs betreibt, ist Miteigentümer des Saint Bess.

Wie schmeckt das?
Zugleich ehrlich und ein bisschen dekadent. Denn während der Teig, der zwei Tage lang kalt fermentiert wird, so simpel und zufriedenstellend daherkommt wie ein rustikales Sauerteigbrot, landet obendrauf vor allem Cremiges, Vollmundiges und Kräuteriges. Dill etwa, die ideale Ergänzung für Sahne und Büffelmozzarella. Frische Pilze der Saison. Weißer Cheddar und Kartoffelscheiben. Oder auch mal ordentlich scharfes Pul Biber, getrocknete, zerstoßene Paprika – die Ausnahme auf einer Karte, die sonst überwiegend auf weiche Aromen setzt. Mindestens von diesem Aspekt der „California Cuisine“ grenzt man sich im Saint Bess übrigens mit angenehmer Bescheidenheit ab: Hier ist alles vegetarisch, absolut bezahlbar, teils lokal und saisonal. In Wolfgang Pucks Spago hingegen gab es schon mal Pizza mit Kaviar. Und Kokain auf dem Klo. Passiert im Wedding noch immer eher selten.

Sprengelstr. 41, Wedding, So–Do 17–22 Uhr, Fr/Sa 17–23 Uhr, bei Facebook: St. Bess Berlin