Komödien-Sequel

Sauerkrautkoma

Endlich auch in Berliner Kinos: eine Verfilmung der Bestseller von Rita Falk

Foto: Constantin Film/Bernd Schuller

Hat’s der Eberhofer doch noch geschafft. In der fünften Verfilmung eines Krimis von Rita Falk – angefangen mit „Dampfnudel­blues“ (2013) – dürfen nun auch hiesige Fans im Kino miterleben, wie der Provinzpolizist Franz Eberhofer aus (dem fiktiven Ort) Niederkaltenkirchen einen Mordfall löst. Und das wie immer so eher nebenher, hat doch der Franz immer viel um die Ohren: sein Gspusi, die Susi, die er zwar mag, aber ein wenig bindungsunfähig ist der Franz halt. Oder sein Papa, für den sein Joint der beste Freund ist. Oder seine Kumpels, die oft übers Ziel hinausschießen. Und nicht zu vergessen der Birkenberger Rudi, mit dem war der Franz früher bei der Polizei in München – bis da diese Sache passiert ist … Auf jeden Fall wurde der Franz in die Provinz versetzt und der Rudi arbeitet im Sicherheitsdienstprivatdetektivgewerbe, ist aber parat, wenn in Niederkaltenkirchen wieder was Schlimmes passiert ist.

Im fünften Fall taucht im Kofferraum von Papas Opel Admiral eine Frauenleiche auf, die Tote entpuppt sich als das (Ex-)Au-Pair-Mädchen des Bürgermeisters. Obwohl der Franz zurück nach München versetzt ­wurde, beginnt er zu ermitteln, mit dem Rudi im Schlepptau. Und man kann zwar sagen, dass der Franz manchmal nicht so schnell ist, aber einen Riecher, wenn es ums Polizeiliche geht, den hat er schon.
Die größte Stärke der Bücher und der Verfilmungen, durchweg unter der Regie des Schwarzwälders Ed Herzog: Hier flammt die „Liberalitas Bava­riae“ wieder auf, jener Hang zur Anarchie und zum humorigen Widerstand gegen die Obrigkeit, die dem bayerischen Gemüt trotz CSU schon immer innewohnt. Karl Valentin pflegte diesen Freiheitsgeist ebenso wie die Volksmusiker der Biermösl Blosn – oder auch der Passauer Kabarettist Sigi Zimmerschied, der hier den örtlichen Polizeichef gibt.

Dazu kommt die fulminante Besetzung mit Ex-„Tatort“-Kommissar Sebastian Bezzel, dem langjährigen Wahlberliner Simon Schwarz, dazu Urbayern wie Eisi Gulp, Lisa Maria Potthoff oder Enzi Fuchs. Sie alle sind mit ihren Rollen mittlerweile derart verschmolzen, dass sie sich spürbar frei von der (mitunter recht geforderten) Leber weg in den Mikrouniversen der Rita Falk bewegen. Passt scho!

„Sauerkrautkoma“, D 2018, 96 Min., R: Ed Herzog, D: Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Start. 9.8.

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