Dokumentarfilm

Schatzkammer ­Berlin

Museen horten Schätze. Viele sieht der Besucher selten, andere sind umso präsenter – wie die Nofretete, mit ihr beschäftigt sich die Doku von Dag Freyer gleich als erstes. Weiter zum Berliner Goldhut aus der Bronzezeit. Es folgen Ishtar-Tor und Aleppo-Zimmer. Der Film hetzt von einem zum nächsten Highlight, um fassbar zu machen, um was es ihr geht: die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in ihrer Gesamtheit, mit Geschichte und Gegenwart. Eine ­Mammutaufgabe, denn mit ihren 19 Museen und über fünf Millionen Exponaten zählt die Stiftung zu den fünf größten Universalsammlungen.

Dag Freyer stellt auch die Macher vor: Museumsdirektoren, Restauratoren und Forscher. Sie sind keine Schreibtisch­täter, sondern wühlen im Schlamm ­eines mecklenburgischen Flüsschens nach Funden aus der Bronzezeit, fahren zu Buddha- Höhlentempeln nach Kirgisien oder nach Kamerun, wo ein König auf die Rückgabe eines Thrones wartet; bis heute steht er im Völkerkundemuseum.

Spannende Themen, wären sie nicht so willkürlich zusammengestellt, durch unmotivierten Schnitt vereint und durch überflüssige Aktionen, bei denen Menschen Exponate in den Berliner Alltag tragen, wieder getrennt. Brisantes wie das düstere deutsche Kolonialkapitel, die Frage nach der Rechtmäßigkeit des Besitzes diverser Exponate, wird nur recht lau am Rande gestreift. Ein distanzloser Dokumentarfilm fürs Vormittagsfernsehen.

D 2018, 87 Min., R: Dag Freyer

Schatzkammer Berlin

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