Bühne

Schaubühne musste ihr China-Gastspiel abbrechen

Die Schaubühne am Lehniner Platz darf ihre Inszenierung „Ein Volksfeind“ in China nicht weiter aufführen.

Auf der Webseite der Schaubühne sind Videos mit Publikumsreaktionen bei Gastspielen in aller Welt von Thomas Ostermeiers Inszenierung des Ibsen-Drama „Ein Volksfeind“ dokumentiert. Die haben die chinesischen Zensoren wohl nicht gesehen, weshalb sie das „Volksfeind“-Gastspiel in Peking kalt erwischte.

Bestandteil der Inszenierung des Stücks über Lüge, Vertuschung und Korruption ist nämlich ein interaktiver Teil, bei dem die Darsteller in einen offenen Dialog mit dem Publikum treten. Wie überall nutzten auch in Peking Zuschauer dies offen zur Beschwerde, hier über fehlende Meinungsfreiheit, Umweltsünden und staatliche Repression in China.

Die nächsten Vorstellungen in Peking mussten dann ohne diese Pub­likumsdebatte stattfinden, die Schauspieler um Christoph Gawenda, Konrad Singer und Eva Meckbach machten aber klar, dass hier eine Leerstelle ist. Nun wurden die beiden später in Nanjing geplanten Vorstellungen von den Chinesen ganz gestrichen – wegen technischer Probleme. ­Zwinkersmiley. -icke

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