JUGENDTHEATER

Scheitern! Liebe! Hoffnung!

Das Theater Strahl testet in seiner Stückentwicklung das kreative Potenzial des Scheiterns

Kopf, Herz und Körper suchen die Herausforderung – Foto: Jörg Metzner

„Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“ Becketts berühmte Worte sind eine prima Handlungsanweisung für Kunstschaffende, die wissen, dass es so etwas wie das ultimative Kunstwerk gar nicht gibt.

Leider scheinen sich auch die Planer des Pannenflughafens BER nach ­Becketts weisen Worten zu richten, aber dass Dinge mitunter schiefgehen, wissen wir schon seit Kindertagen. Niemand würde laufenlernen, wenn man sich von den ersten Hinfallern beeindrucken ließe. Und auch die vier Spieler*innen im Stück von Hannah Schopf nehmen sich ganz viel vor: „Das wird der beste Thea­terabend, den es jemals gegeben haben wird!“

Klar, denkt man als Berliner: „Hamses nich ne Numma ­kleener?“ Aber die in den Primärfarben gekleideten Protagonisten namens Kopf, Herz und Körper sowie der ­Musiker ­Johannes Winde gehen mit Eifer zur Sache, stellen sich Ängsten, Zweifeln und der Begnügung aufs Mittelmaß.

Dabei springen sie in wechselnde Rollen, auch Shakespeares Rosenkranz und Güldenstern tauchen auf, was mitunter etwas verwirrend wird. Am Ende steht die Erkenntnis „Das Leben ist eine Umleitung“ – schließlich steckt im Scheitern ja stets die Chance, aus Denk- und Handlungsroutinen auszubrechen. Oder wie der Erfinder Thomas Edison sagte: „Ich habe nicht versagt. Ich habe nur zehntausend Wege gefunden, die zu keinem Ergebnis führen.“ FRIEDHELM TEICKE

11.–13.12., 11 Uhr, 13.12., 18 Uhr, Theater Strahl Probe­bühne, Kyffhäuserstr. 23, Schöneberg. Regie: Anna Vera Kelle; mit Florian Kroop, Lisa Brinckmann u.a., Eintritt 16, erm. 7,50–10 €, ab 14 J.