Kino

Seestück

Nach dem „Landstück“, Volker Koepps Dokumentarfilm über die Uckermark, nun das „Seestück“, ein Film über die Ostsee. Die markierte für den gebürtigen Stettiner schon immer die Begrenzung für ­jenes Einzugsgebiet östlich der Elbe, in der er die meisten Geschichten, Menschen und Landschaften für seine unaufgeregten filmischen Chroniken fand.

Der Regisseur bleibt seinem bewährten Plan treu: Landschaftsaufnahmen von Meer, Wolken und Dünen (Kamera: Uwe Mann) erringen eine eigenständige Qualität jenseits von Postkartenmotiven, und Menschen erzählen von ihren Tätigkeiten, ihrer emotionalen Bindung an den heimatlichen Landstrich und von den Veränderungen, die sich über die Jahre dort ergeben haben. Ging es früher oft um die Folgen von Krieg und Vertreibung, sind ihm heute die Auswirkungen aktueller politischer Spannungen wichtig, auch der Zusammenhang zwischen ungebremster ökonomischer Expansion und der Zerstörung der Umwelt liegt ihm am Herzen.

Seestück
Foto: Presse

Und so philosophiert hier ein Greifswalder Skipper (und Romanist) über die gesellschaftskritischen Tendenzen im Werk von Jean-Jacques Rousseau. Bei allen kulturpessimistischen Anwandlungen, die zu spüren sind, endet das „Seestück“ doch positiv: mit einer Ode des Agrarwissenschaftlers und Naturschützers Michael Succow an die Kraft spendende Wirkung dieser Meereslandschaft, die man auch ganz ohne intellektuellen Überbau spüren und begreifen kann.

D 2018, 135 Min. R: Volker Koepp, Start: 13.9.

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