BILDERTHEATER

Sehnsucht nach der Sehnsucht

Blick in eine magische Theaterwelt

Figuren und Szenen wie aus Gemälden – Foto: Katarzyna Makowska-Schumacher

Den Namen Katarzyna Makowska-Schumacher sollte sich der Theaterbegeisterte merken. Nach ihrer spannenden Kafka-Arbeit „Kkaaffkkaa“ entwickelt die polnische Regisseurin wieder ein ungewöhnliches, durch eine spezielle Lichttechnik erzeugtes Bildertheater.

Ausgangspunkt ist der Berlin-Aufenthalt Ende des 19. Jahrhunderts des bei uns weitgehend unbekannten polnischen Autors Stanislaw Przybyszewski und das Boheme­leben seiner Künstlerfreunde wie Edvard Munch, August Strindberg oder Richard Dehmel. Alle sind nun Blaupausen für eine szenische Komposition um die Sehnsüchte, Ängste, Visionen wie auch Dekadenz von Künstlern. EGO (Markus Braun) heißt der Schöpfer-Protagonist, mit dem wir eine magisch-verrätselte Theaterwelt erleben.

Wie im Traum erscheinen die Figuren und verschwinden wieder, etwa eine Frau mit einem Riesenfächer – ist sie Zitat eines Kunstwerks? Mal es gibt Schattenspiele, dann grell-laute, rhythmisch genau kalkulierte Szenen hinter Gazevorhängen. Es ist ein bildersattes Totaltheater, hochsymbolisch aus Musik (Komposition: ­Bardo Henning), Sprache, Gesang, Lichtwechseln und Tableaus, zuweilen wirken die Szenen wie abstrakte Gemälde.

Diese präzise durchkomponierte Theaterstunde ist ein Erlebnis. AXEL SCHALK

21. + 22.3., 20 Uhr, Theater unterm Dach, Danziger Str. 101, Prenzlauer Berg. Regie: Katarzyna Makowska-Schumacher; mit Markus Braun, Martha Freier, Kerstin Richter, Orlando Schiavone, Hannah Prasse, Elisabeth Taraba u.a., Eintritt 12, erm. 8 €